Alternativen zur Biozid-Anwendung (2015)

Der Berichtsteil II des Abschlussprojektes „Prüfung und Empfehlung von Alternativen zur Biozid-Anwendung“ beschreibt ein erstes Konzept zur Bewertung biozidfreier Alternativen mittels festgelegter nachvollziehbarer Kriterien. Anhand konkreter Beispiele werden biozidfreie Alternativen
im Hinblick auf ihre Zweckmäßigkeit und Konkurrenzfähigkeit mit Bioziden verglichen.
Das Konzept soll eine Grundlage für die Akzeptanz von Alternativen und deren Verwendung anstelle von Bioziden schaffen und als Voraussetzung für eine behördliche Empfehlung von Alternativen herangezogen werden. Die Alternativenbewertung dient auch der konkreten Unterstützung der Aufgabe der Zulassungsstelle für Biozide gemäß § 12e (2) Ziffer 2 ChemG zur Informationspflicht hinsichtlich alternativer Maßnahmen zum Biozid-Einsatz. Unter den alternativen Maßnahmen haben biozidfreie Verfahren eine besondere Bedeutung, da hier eine direkte Alternative zu einem Biozideinsatz beschrieben wird. Vorbeugende Maßnahmen, deren Potenzial hinsichtlich einer Minimierung des Biozideinsatzes als bedeutender eingeschätzt
wird, lassen sich demgegenüber eher „diffus“ als Ratgeber für gutes Handeln beschreiben. Von besonderer Bedeutung ist ferner die Bedarfsermittlung, d.h. die Frage, ob der Einsatz von Bioziden für einen bestimmten Zweck aus fachlichen Gründen überhaupt geboten ist (vgl. die Diskussion um Desinfektionsmittel im Haushalt).

Forschungsbericht
Gartiser, S., Petersen, E., Smolka, S. (2015): Prüfung und Empfehlung von Alternativen zur Biozid-Anwendung. Berichtsteil II: Konzept zur Entwicklung und Validierung von Kriterien zur Bewertung von biozidfreien Alternativen, TEXTE 100/2015, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Forschungskennzahl 3711 63 416, UBA-FB 002108/2, Im Auftrag des Umweltbundesamtes, Herausgeber: Umweltbundesamt, ISSN 1862-4804, Dessau-Roßlau, November 2015.
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